Der Kampa Verlag stellt sich vor: Juliane Noßack

Der Kampa Verlag stellt sich vor: Juliane Noßack

Alles begann in der brandenburgischen Provinz, wo Juliane Noßack schon früh die Flucht in die Welt der Literatur antrat. Nach dem Germanistik-Bachelor in Jena folgte der Master in Angewandter Literaturwissenschaft in Berlin, zwischendurch Praktika im Literaturhaus Schleswig-Holstein, bei Hanser Berlin und im Wallstein Verlag. Momentan betreut sie als Volontärin im Berliner Büro die Social-Media-Kanäle, hilft bei der Pressearbeit, holt Rechte für Texte und Bilder ein und liest auch mal Korrektur.

Der Kampa Verlag stellt sich vor: Juliane Noßack

© Kampa Verlag

Was wolltest du als Kind werden?

Ganz klassisch, wie ungefähr die Hälfte meiner Klasse: Tierärztin – so steht es auch in jedem meiner Diddl-Freundschaftsbücher. In der Oberstufe kam die Journalismus-Phase, dann ein bisschen Ratlosigkeit und nach dem Bachelor der Wunsch, in einem Verlag zu arbeiten.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit, was nervt dich manchmal?

Bei einer Verlagsgründung dabei zu sein, ist einfach spannend. Mir gefällt, dass mein Volontariat so abwechslungsreich ist und immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen eintrudeln. Manchmal beginne ich den Tag mit einer Recherche für die Simenon-Titel des kommenden Programms, dann setze ich einen Social-Media-Post ab, baue einen Werbebanner für die Börsenblatt-Website und lese vielleicht noch Korrektur. Das ist das Schöne an einem kleinen Verlag – es wird nie eintönig. Nervig wird es nur, wenn ich bei Rechteanfragen über Wochen hinweg immer wieder um eine Antwort betteln muss. Auch stressig: Auf Likes und Kommentare bei Facebook und Co. zu hoffen.

Welches Buch liest du gerade und ist es zu empfehlen?

Ich lese gerade Töchter von Lucy Fricke und bin schon traurig, dass nur noch fünfzig Seiten vor mir liegen. Zwei Freundinnen, Ende dreißig, begeben sich auf einen Roadtrip in die Schweiz, um den Vater der einen ins Sterbehaus zu bringen. Es kommt dann aber doch alles anders – ein unaufgeregter Roman über Freundschaft, Ü35-Frauen und die Bürden der Verwandtschaft. Ein super Sommerbuch!

Auf welches Buch aus dem Kampa Verlag freust du dich besonders?

Ich freue mich auf so viele Bücher aus dem ersten Programm, auf die Short Storys von Kathleen Collins, auf Leutnant Burda oder auch Georges Simenons Brief an meine Mutter. Mit ganz besonderer Vorfreude erwarte ich allerdings unsere Gesprächsbandreihe Kampa Salon. Für mich gibt es keine bessere Möglichkeit, einer Joan Didion, einem David Bowie oder einem Peter Bichsel wirklich nahzukommen als durch Interviews.

Was verbindest du mit Zürich?

Zu Beginn meines Volos war ich für drei Monate im Schweizer Stammhaus. Keine lange Zeit, aber trotzdem habe ich Zürich ganz fest in mein Herz geschlossen. Ich verbinde mit dieser Stadt eine tolle Zeit im Verlag, »megaherzige Menschen«, unwiderstehlichen Käse, einen See mit Trinkwasserqualität, eine abgedrehte Mülltrennung und Schoggiweggli.


Und was sagen die KollegInnen?

Juliane, Elisabeth, Lizzy, (liebe) Lisbeth, Elsa (ungeheuer), Amsel, Buchfink, die mit der Brille – die Frau mit den tausend Namen, die viel, viel, viel zu kurz im Zürcher Büro gearbeitet hat, ehe sie zurück nach Berlin gegangen ist. Fröhlich, vergnügt, unbeschwert und schneller als der Wind. Und streng, wenn die Social-Media-faulen Zürcher Kolleginnen keine schönen Fotos machen. Was sie nicht kann: Fenster putzen (nicht, dass wir das von ihr verlangt hätten!). Was ihr wichtig ist: immer alles aufessen! Eine Seele, ein Goldschatz, Superlizzy eben. Mit dir würden wir immer wieder an einem Laken zum Fenster raus!