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Olga Tokarczuk: »Die Jakobsbücher«

»Manchmal erkenne ich Orte an ihrem Licht. Ich glaube, die Frage des Lichts ist die wichtigste Frage auf dieser Welt.«

Olga Tokarczuk erzählt im Videoporträt, wie der Schreibprozess ihr ganzes Leben durchzieht. Sie spricht über Licht und Schatten, Neugierde und Beweglichkeit, Schmerz und menschliche Beziehungen. Sie glaubt an die Kraft der Bücher als – vielleicht wichtigstes – Kommunikationsmittel der Menschen. Ein Grund von vielen, ihre Bücher zu lesen, ausgezeichnet unter anderem mit dem Man Booker International Prize, dem Jan Michalski Literaturpreis und dem Nike-Preis.

Nach »Unrast« erschien am 1. Oktober 2019 mit »Die Jakobsbücher« das zweite Buch von Olga Tokarczuk im Kampa Verlag.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann
Musik: Tom Hessler

 

Bisher auf Kampa TV

William Boyd: »Blinde Liebe«

Ein Mann, dessen Herz sich nicht umstimmen lässt. Eine Liebe, die von Paris über St. Petersburg bis ans Ende der Welt führt. Brodie Moncur hat das absolute Gehör und gilt als Genie unter den Klavierstimmern. Als er in Paris dem grandiosen Pianisten John Kilbarron begegnet, nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Rasch zeigt sich, dass Brodies Künste unverzichtbar für Kilbarron sind. Gemeinsam feiern sie Triumphe in ganz Europa, führen in St. Petersburg ein luxuriöses Leben, das Brodie, aufgewachsen in einem schottischen Dorf als Sohn eines tyrannischen Pfarrers, sich nie hätte erträumen lassen. Und doch ist das alles für Brodie unwichtig. Denn der wahre Grund, weshalb er in die Dienste des genialen, aber unberechenbaren Pianisten eingetreten ist, ist dessen Geliebte, die russische Sopranistin Lika. Brodie weiß, dass diese Liebe unmöglich ist, und setzt doch alles für sie aufs Spiel – auch sein eigenes Leben. Denn der Klavierstimmer, der mit wenigen Handgriffen über Erfolg oder Misserfolg eines Konzerts, ja einer Pianistenkarriere entscheiden kann, folgt seinem Herzen, das sich nicht umstimmen lässt.

Der Roman »Blinde Liebe« von William Boyd ist im März 2019 im Kampa Verlag erschienen.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann
Musik von Tom Hessler

Kathleen Collins: »Nur einmal«

»Ich will mich aber nicht auf einen Drink treffen, verdammt noch mal. Ich will mit dir schwimmen gehen.« Mit nur 46 Jahren starb die afroamerikanische Filmemacherin Kathleen Collins 1988 an Brustkrebs. Ihr filmisches Werk und auch die sechzehn wiederentdeckten Short Storys aus ihrer Feder feierten erst dreißig Jahre später große Erfolge. Im Herbst 2018 erschien »Nur einmal« von Kathleen Collins im Kampa Verlag.

»Collins kann mit einer einzigen Zeile wahre Wunder bewirken.« – Los Angeles Times
»Eine vielschichtige Offenbarung.« – New Yorker
»Feinfühlig und scharfsinnig und politisch und sexy.« – New York Times
»Collins lotet das brutale Schlachtfeld ungleicher Beziehungen aus, die Freuden und Paradoxien schwarzer Identität, den ewigen Kampf zwischen Körper und Geist … Was ihre Stimme magisch macht: der feste Glaube, dass selbst der kleinste Wandel im Privaten draußen in der Welt Wirkung zeigt.« – The Village Voice
»Ein posthumes Meisterwerk… Ein Triumph.«O, the Oprah Magazine

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann
Musik: Tom Hessler

Nach Kathleen Collins’ Tod 1988 stopfte ihre Tochter Nina alle Papiere der Mutter in eine hölzerne Schiffstruhe. Zwei Jahrzehnte blieb die Truhe verschlossen. Als Nina endlich den Mut fand, hineinzusehen, fand sie Fotos, Tagebücher, Briefe und, wie erwartet, Dreh- und Rollenbücher. Ihre Mutter war vor allem Filmemacherin und Dramatikerin gewesen. Eine Überraschung aber waren vergilbte Manuskriptseiten mit Prosatexten, nicht bloß Skizzen oder Fragmente, sondern abgeschlossene Erzählungen.

A film by Ann Kathrin Doerig with Benedikt Schnermann and music from Tom Hessler. Thank you so much for your kind support Dennis Doros and Milestone Films Naomi Baldauf, Linda Suter & Valeska Steiner

Astrid Rosenfeld: »Kinder des Zufalls«

»Für diejenigen, die sich nur vom Schlag ihres Herzens leiten lassen, ist der Zufall der einzige Wegweiser.« Astrid Rosenfeld liest im Videoporträt aus ihrem neuen Roman »Kinder des Zufalls« – mitten in der texanischen Wüste, in Marfa, wo die Autorin lebt. Sie spricht über Schicksal und Zufall und was passiert, wenn wir Lebendiges achtlos behandeln.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann
Musik: Tom Hessler

Marijke Schermer: »Unwetter«

Wie viel Aufrichtigkeit braucht eine Beziehung? Wie viel Schweigen verträgt sie? Emilias Leben scheint perfekt zu sein. Sie liebt ihren Job, ist glücklich verheiratet und Mutter zweier kleiner Söhne. Seit die Familie vor den Toren Amsterdams lebt, verbringen Emilia und ihr Mann ihre Zeit damit, den Kindern hinterherzurennen, Freunde einzuladen und ihr Haus zu renovieren. Sie erfreuen sich an den kleinen Dingen des Lebens. Doch dann bricht die Vergangenheit in die Gegenwart ein, die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis überfällt Emilia, und ihre Welt gerät aus den Fugen … Zwölf Jahre lang hat Emilia ein schreckliches Geheimnis gehütet, kann sie es weiter verbergen? Würde ihr Mann verstehen, dass sie so lange geschwiegen hat? Während Emilia mit ihrer Vergangenheit ringt, zieht das Misstrauen ein in ihre Ehe. Und der Himmel über der ländlichen Idylle verfinstert sich. »Unwetter« von Marijke Schermer ist ein Roman über die Paradoxien des Zusammenlebens – das Bedürfnis nach Freiheit und die Sehnsucht nach Intimität, der die Frage stellt, ob wir einander je wirklich kennen können, ob nicht ein jeder von uns unter seiner eigenen Glasglocke lebt.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig und Benedikt Schnermann Visuals
Musik: Tom Hessler

Żanna Słoniowska: »Das Licht der Frauen«

»Meine Intuition riet mir: Hüte dich vor Menschen, die die Macht haben, deine Erinnerungen zu verändern. Vielleicht werde ich das irgendwann meiner Tochter sagen: Hüte dich vor dem Mann, der mehr über dich weiß als du selbst.« Żanna Słoniowska spricht im Videoporträt über die Nähe zu ihren Romanfiguren, die verschiedenen Mutterfiguren im Leben einer Frau, die Abwesenheit der Männer und den Moment, als die Geschichte in ihrem Debüt »Das Licht der Frauen« plötzlich Realität wurde.

Ein Film von Ann Kathrin Doerig.
Kamera: Benedikt Schnermann