»Sollten wir vielleicht ein Ministerium für
Erotische Angelegenheiten einrichten?«

 

In all seinen Werken spielt die Erotik eine bedeutende Rolle, ob die zwischen Frauen und Männern oder die gleichgeschlechtliche. Hier jedoch hebt der polnische Exzentriker, Egozentriker und Hedonist sie auf eine vollkommen neue Ebene. Zwischen 1944 und 1945 im lateinamerikanischen Exil erschienen und – ungewöhnlich für Gombrowicz – auf Spanisch verfasst, untersuchen die Essays in Das Drama mit unserer Erotik die Bedeutung der Erotik für das soziale Miteinander. Gombrowicz kritisiert das Geschlechterverhältnis, vor allem in seiner neuen Heimat Argentinien, das überkommene Rollenverständnis, die Reduktion der Frau zum Mädchen, ihre Selbstinfantilisierung und legt eindrücklich dar, welchen fatalen Einfluss diese Missstände in psychologischer, aber auch in gesellschaftlicher und politischer Hinsicht haben. Und er gelangt zu der Schlussfolgerung: Man möge ein Ministerium für Erotische Angelegenheiten einrichten. Bei all dem hat Gombrowicz vor allem die Situation der Frau in der Neuen Welt im Blick, das dort herrschende Schönheitsideal, aber auch veraltete Männlichkeitsbilder. Und es zeigt sich: Erotik ist niemals eine reine Privatsache, sondern immer auch ein Politikum.

 

WITOLD GOMBROWICZ
Das Drama mit unserer Erotik
Originaltitel: Nuestro drama erótico
(unter dem Pseudonym Jorge Alejandro)
Aus dem Spanischen von Gisbert Haefs
ca. 112 Seiten | Gebunden
ca. € (D) 18,– | ca. sFr 24,50 | ca. € (A) 18,50
ISBN 978 3 311 10113 0 | Auch als E-Book
erscheint am 13. Oktober 2022

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